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Hamburg – 23. Juni 2026

UKE-Projekte aus den Neurowissenschaften mit ERC Advanced Grants ausgezeichnet

Erneut sind zwei Wissenschaftler:innen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) mit einem ERC Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) ausgezeichnet worden. Gefördert werden zwei Projekte aus dem Bereich der Hirnforschung. Das Fördervolumen für die auf jeweils fünf Jahre angelegten Projekte beläuft sich auf mehr als 2,4 Millionen Euro für das UKE. Insgesamt wurden bereits 40 ERC Grants ans UKE vergeben.

Prof. Dr. Cristina Becchio (links) und Prof. Dr. Stefano Panzeri (rechts). Fotos: UKE. Montage und Grafik: Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience.

„Der ERC Advanced Grant gehört zu den renommiertesten Förderungen der Europäischen Union und steht für herausragende wissenschaftliche Leistungen. Es ist ein großer Gewinn für den Wissenschaftsstandort Hamburg, dass erneut zwei Grants hier ans UKE gehen. Die beiden geförderten Forschungsprojekte setzen die Erfolgsbilanz des UKE in der Einwerbung der begehrten Grants fort und zeigen, wie stark die Neurowissenschaften in Hamburg sind. Meine herzlichen Glückwünsche an alle Beteiligten!“, sagt Maryam Blumenthal, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung der Freien und Hansestadt Hamburg.

„Ich freue mich sehr, dass der Europäische Forschungsrat ERC erneut zwei Erfolg versprechende Forschungsprojekte aus dem UKE honoriert. Unsere wissenschaftlichen Anstrengungen in der neurowissenschaftlichen Forschung, einem unserer Forschungsschwerpunkte, werden damit auch weiterhin unterstützt, wofür wir sehr dankbar sind. Mein Glückwunsch zu diesem großartigen Erfolg gilt den ausgezeichneten Wissenschaftler:innen“, sagt Prof. Dr. Blanche Schwappach-Pignataro, Dekanin der Medizinischen Fakultät und UKE-Vorstandsmitglied.

Wie werden kognitive Informationen bei menschlichem Verhalten genutzt?

Cracking the Kinematic Code („KINCODE“) heißt das ausgezeichnete Projekt von Prof. Dr. Cristina Becchio, Klinik und Poliklinik für Neurologie und Leiterin des Cognition, Motion and Neuroscience Laboratorys. „KINCODE“ versucht zu ermitteln, ob und wie Menschen bei der Interaktion mit anderen Menschen auf kognitive Informationen zugreifen und sie nutzen, um das Verhalten anderer vorherzusagen. Das übergeordnete Ziel besteht darin, die grundlegenden Prinzipien aufzudecken, die die kinematische Kodierung bestimmen, also die Zuordnung von mentalen Zuständen zur Bewegungskinematik. Um dies zu erreichen, wird „KINCODE“ einen einheitlichen experimentellen und computergestützten Rahmen entwickeln, um zu untersuchen, wie Informationen in die Bewegungskinematik „geschrieben“ (kodiert) sowie ausgelesen werden und wie die (Fehl-)Übereinstimmung zwischen Kodierung und Auslesung den Erfolg der Informationsübertragung bei gesunden und bei Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen beeinflusst. Der ERC Advanced Grant wird mit 2,5 Millionen Euro gefördert, von denen rund 2,2 Millionen Euro ans UKE gehen. Projektpartner ist Prof. Dr. Didier Stricker vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI).

Ebenfalls ausgezeichnet wurde Prof. Dr. Stefano Panzeri, Exzellenz-Abteilung für Neurale Informationsverarbeitung im Zentrum für Molekulare Neurobiologie Hamburg (ZMNH) des UKE. Er ist Projektpartner bei einem ERC Advanced Grant, der bei Prof. Francesco Papaleo, Fondazione Istituto Italiano di Tecnologia in Genua, angesiedelt ist. Das Projekt Circuits of Emotion Recognition („EmotionalBrainS“) zielt darauf ab, Mechanismen zu erforschen, die der Emotionserkennung zugrunde liegen. Diese Mechanismen, so die Erwartung der Forschenden, werden das Verständnis davon, wie Individuen mit anderen interagieren sowie die Rolle des sozio-emotionalen Gehirns bei Gesundheit und Krankheit, erheblich verbessern. Von der Gesamtförderung in Höhe von rund drei Millionen Euro gehen rund 225.000 Euro ans UKE.

Europäischer Forschungsrat fördert Grundlagenforschung und anwendungsnahe Forschungsfelder

ERC Grants sind Teil des EU-Rahmenprogramms „Horizon Europe“, mit dem die Europäische Union sowohl die Grundlagenforschung als auch anwendungsnahe Forschungsfelder finanziert. Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) unterscheidet dabei zwischen verschiedenen Förderprogrammen, etwa dem ERC Starting Grant für Nachwuchswissenschaftler:innen, dem ERC Consolidator Grant oder dem ERC Advanced Grant für etablierte Spitzenforschende. Forschende des UKE wurden in den vergangenen Jahren mit 40 solcher ERC Grants bedacht.

Weiterführende Verlinkungen

Originale Pressemitteilung

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UKE-Projekte aus den Neurowissenschaften mit ERC Advanced Grants ausgezeichnet

29. Juni 2026/in /von Elena Reiriz Martinez

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