Internationale Hirnforschende treffen sich zur Bernstein Conference 2026 in Frankfurt
Vom 28. September bis 1. Oktober 2026 treffen sich mehr als 600 Forschende aus aller Welt an der Goethe-Universität Frankfurt, um aktuelle Fragen der Computational Neuroscience zu diskutieren. Zu den Höhepunkten gehören die Verleihung des Valentin Braitenberg Award an Xiao-Jing Wang und eine besondere Abendveranstaltung zum 100. Geburtstag des Namensgebers.

Bernstein Conference. Bildquelle: Bernstein Netzwerk/Elena Reiriz Martínez
Wie lernt das Gehirn? Wie entstehen Erinnerungen und wie steuert das Nervensystem unser Verhalten? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigt sich die Computational Neuroscience. Sie verbindet experimentelle Neurowissenschaften mit mathematischen Modellen und Computersimulationen und eröffnet damit neue Zugänge zum Verständnis der Funktionsweise des Gehirns.
Bei der Bernstein Conference 2026 kommen vom 28. September bis 1. Oktober mehr als 600 Forschende aus aller Welt an der Goethe-Universität Frankfurt zusammen. Die internationale Konferenz bringt Wissenschaftler:innen aus verschiedenen Disziplinen zusammen – von der systemischen Neurowissenschaften und dem Neuroengineering bis hin zu Künstlicher Intelligenz und Data Science. Rund 45 Prozent der Teilnehmenden sind Forschende in frühen Karrierephasen.
Im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Programms stehen unter anderem die neuronalen Grundlagen von Lernen, Gedächtnis und Verhalten. Die eingeladenen Sprecher:innen befassen sich beispielsweise mit der Frage, wie das Gehirn gelernte Bewegungen steuert, wie soziale Verhaltensweisen im Gehirn entstehen oder wie unterschiedliche zeitliche Dynamiken neuronaler Aktivität zur Verarbeitung von Informationen beitragen. Damit zeigt die Konferenz die große Bandbreite der Computational Neuroscience – von grundlegenden Fragen der Hirnforschung bis hin zu möglichen Anwendungen in Technik und Medizin.
Valentin Braitenberg Award 2026 und 100 Jahre Valentin Braitenberg
Ein Höhepunkt der Konferenz ist die Verleihung des Valentin Braitenberg Award for Computational Neuroscience 2026 an den theoretischen Physiker und Neurowissenschaftler Prof. Dr. Xiao-Jing Wang (New York University).
Der von der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol gestiftete Preis wird regulär alle zwei Jahre vergeben und ehrt herausragende Beiträge zur Computational Neuroscience. Anlässlich des 100. Geburtstags von Valentin Braitenberg wird der Preis im Jahr 2026 zusätzlich vergeben. Die Preisverleihung findet am 29. September statt; im Anschluss hält Wang einen Festvortrag. Weitere Informationen zum Preisträger und zum Valentin Braitenberg Award finden Sie in unserer Pressemitteilung vom 24. Juni 2026.
Das Jubiläum wird auch mit einer besonderen Abendveranstaltung am 29. September gewürdigt: „Science fiction in the service of science: Readings from Valentin Braitenberg’s Vehicles“ mit Stefan Rotter (Universität Freiburg) und Abigail Morrison (Forschungszentrum Jülich). Das Buch Vehicles – Experiments in Synthetic Psychology ist eines von Braitenbergs einflussreichsten Büchern. Die Veranstaltung zeigt auf, wie die darin geschilderten Gedankenexperimente die Computational Neuroscience bis heute prägen.
Die Bernstein Conference 2026
Die Bernstein Conference wird vom Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt veranstaltet. Den Auftakt bilden am 28. und 29. September die Satellite Workshops, in denen Forschende ausgewählte Themen der Computational Neuroscience vertiefen. Vom 29. September bis 1. Oktober folgt die Hauptkonferenz mit wissenschaftlichen Präsentationen und Posterbeiträgen.
Termine in Kürze
- Bernstein Conference 2026: 28. September – 1. Oktober 2026
- Veranstaltungsort: Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend
- Eröffnung: Dienstag, 29. September, 14:00 Uhr im Hörsaal 1 des Hörsaalzentrums (Theodor-W.-Adorno-Platz 5, 60323 Frankfurt am Main)
- Verleihung des Valentin Braitenberg Award 2026: Dienstag, 29. September, 15:00 Uhr
- Besondere Abendveranstaltung zu Ehren Valentin Braitenbergs 100. Geburtstags: Dienstag, 29. September, 20:00 Uhr
Presse
Vertretende der Presse sind herzlich eingeladen, an der Bernstein Conference teilzunehmen. Die Teilnahme für Medienvertrende ist kostenfrei. Interviews mit Wissenschaftler:innen können auf Anfrage vermittelt werden.
Mehr Details finden Sie hier.
Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience
Die Bernstein Conference wird vom Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience organisiert. Das Bernstein Netzwerk ist ein Forschungsverbund im Bereich der Computational Neuroscience, welcher experimentelle neurowissenschaftliche Ansätze mit theoretischen Modellen und Computersimulationen verbindet. Das Netzwerk geht auf eine Förderinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zurück und wurde 2004 mit dem Ziel gegründet, Kapazitäten im Bereich der Computational Neuroscience weiterzuentwickeln und den Transfer von theoretischen Erkenntnissen hin zu klinischen und technischen Anwendungen voranzubringen. Namensgeber des Netzwerks ist der deutsche Physiologe und Biophysiker Julius Bernstein (1839-1917). Seit 2016 ist das Fortbestehen des Netzwerks durch die Trägerschaft des gemeinnützigen Vereins Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience e.V. gewährleistet.




